Dienstag, 27. Dezember 2011

Überarbeitete Fassung "Atlantis - das Rätsel des Aristokles" erscheint beim Vindobona Verlag


Hier eine Ankündigung in eigener Sache. Eine überarbeitete Fassung des Buches "Atlantis - das Rätsel des Aristokles" erscheint am 31.12.2011 bei dem Vindobona Verlag. Insbesondere das Kapitel "Tartessos" wurde erweitert. Neben neuen Untersuchungen gibt es auch einen kleinen Überblick zur tartessischen Kultur.

Update: Die alte Ausgabe ist leider schon seit einiger Zeit vergriffen. Die neue Ausgabe ist neben Amazon auch bei einigen weiteren Online-Händlern erhältlich.

Unsere Pressemitteilungen

Samstag, 18. September 2010

Neue Atlantis-Webseite in 12 Tagen online

An dieser Stelle möchte ich auf die Webseite von Bernhard Beier aufmerksam machen, die in 12 Tagen online geht: http://www.atlantisforschung.de

Wer sich über vergangene und gegenwärtige Theorien zu dem untergegangenen Kontinent informieren möchte, ist auf dieser Seite genau richtig. Nach der vielen Arbeit, der Herr Beier in die Webseite gesteckt hat, darf man auf das Ergebnis gespannt sein.



Webkatalog - zum Finden

Freitag, 16. Juli 2010

Leseprobe


An dieser Stelle möchte ich eine kleine Leseprobe einstellen. Sie ist aus dem zweiten Kapitel entnommen, in dem auf die Legende und die Überlieferungsgeschichte näher eingegangen wird:

. . . "Es gibt in Ägypten, im Delta, an dessen Spitze der Nilstrom sich spaltet, einen Landbezirk, genannt der saitische, dessen größte Stadt Sais ist, aus welcher auch der König Amasis stammte. Diese Stadt hat eine Schutzgöttin, in ägyptischer Sprache Neith, in hellenischer, wie jene sagen, Athene geheißen". 

Mit diesen Worten beginnt die Erzählung des Kritias. Während des letzten Aufblühen der ägyptischen Kultur war das Nildelta kulturelles und politisches Zentrum und Sais die Residenzstadt. Die Zeitepoche, während der sich Solon in Ägypten aufhielt, wird heute als “saitische Periode” (664 bis 525 v. Chr.) bezeichnet. Das Land am Nil konnte bereits in diesen Zeiten auf eine Jahrtausende alte wechselhafte Geschichte zurückblicken. Als hätten es die Ägypter geahnt, dass die Epoche der alten Pharaonen sich langsam dem Ende zuneigte, fand gerade in dieser Saitischen Periode eine Rückbesinnung auf alte Werte statt, die zuweilen recht skurrile Blüten trieb. Das Ritual des Totendienstes der Könige des alten Reiches wurde wieder aufgenommen, es wurden gelegentlich sogar Pyramiden wieder ausgebessert. Beamte schmückten sich mit Ämtertiteln des alten Reiches und der religiöse Kult wurde von auswärtigen und neuen Einflüssen gereinigt. Besonders die Priester bewahrten das Wissen um die lange Geschichte des Pharaonenreiches und auch sehr alte Texte wurden noch gelesen und bewahrt.

Die antike Stadt Sais liegt heute in Trümmern und Nilschlamm bedeckt die alten Säulenhallen und Tempel. Allerdings rückt das Nildelta immer mehr in das Blickfeld der Archäologen und auch Sais (heute Sa el-Hagar) selbst ist in den letzten Jahren zum Ziel von Grabungskampagnen geworden. Den Tempel der Stadtgöttin Neith, deren Kult die Priester, mit denen Solon sprach, wahrscheinlich angehörten, vermutet man bei Kom Farray, nördlich von Sa el-Hagar. Bereits vor über 150 Jahren lokalisierten Wilkinson und Champollion den Tempel in der südlichen Hälfte einer noch heute sichtbaren, annähernd rechteckigen etwa 0,5km² großen Einfriedung. Champollion verfasste sogar einen Plan der damals noch sichtbaren Gebäude einschließlich des Tempels. Heute ist nichts mehr davon aufzufinden. Wahrscheinlich erlitten die Monumente das Schicksal vieler Ägyptischer Altertümer und wurden als Steinbruch benutzt.   


Irgendwo um weit dieses Tempels könnte das Gespräch zwischen Solon und den Priestern stattgefunden haben. Während seiner Unterhaltung mit den ägyptischen Priestern erkennt Solon, dass die Priester uralte Überlieferungen bewahrten, von denen ein gelehrter Grieche nur träumen konnte. Um den Priestern dieses Wissen zu entlocken, fängt er an, von den ältesten Überlieferungen der Griechen zu erzählen. Die Reaktion folgt prompt:

". . . Da habe ein hoch bejahrter Priester gesagt: O Solon, Solon ! Ihr Hellenen bleibt doch immer Kinder, zum Greise aber bringt es kein Hellene. - Wieso ? Wie meinst du das ? Habe er, als er das hörte, gefragt. Jung in den Seelen, habe jener erwidert, seid ihr alle: denn ihr hegt in ihnen keine alte, auf altertümliche Erzählungen gegründete Meinung noch ein durch die Zeit ergrautes Wissen."


Der Priester beginnt, von großen Katastrophen zu erzählen, die die Erde immer wieder heimgesucht hätten. Sowohl durch Feuer als auch durch Wasser wären die Völker der Erde immer wieder bedroht worden. Auf diese Weise seien auch die schriftlichen Aufzeichnungen vernichtet worden und so hätten die Griechen von diesen Ereignissen keine Kunde. Nur die Ägypter wären von Sintflut und Feuer weitgehend verschont worden, daher hätten sich ihre alten Schriften erhalten. Der erstaunte Solon erfährt, dass in diesen Dokumenten auch von einem frühen Athen erzählt wurde, das sich mit einer geheimnisvollen Macht im Krieg befand:
 

". . . denn das Aufgezeichnete berichtet, wie eine große Heeresmacht dereinst euer Staat überwältigte, welche von dem Atlantischen Meere her übermütig gegen ganz Europa und Asien heranzog. Damals war nämlich dieses Meer schiffbar; denn vor dem Eingange, der, wie ihr sagt, die Säulen des Herakles heißt (die heutige Meerenge von Gibraltar), befand sich eine Insel, größer als Asien und Libyen zusammengenommen, von welcher den damals Reisenden der Zugang zu den übrigen Inseln, von diesen aber zu dem ganzen gegenüberliegenden, an jenem wahren Meere gelegenen Festland, offenstand."
 

Der Priester berichtet, dass diese Insel Atlantis eine große Heeresmacht aus sandte, um die Länder rund um das Mittelmeer zu unterwerfen. Das Atlantische Reich wurde von mehreren Königen regiert, die auch über „viele andere Inseln“ und über Teile des Festlandes herrschten. Ihr Einfluss reichte in Europa bis nach Tyrrhenien und in Libyen, das heutige Nordafrika, bis nach Ägypten. Athen stand bald alleine einem übermächtigen Gegner gegenüber und wurde von den übrigen Griechen alleine gelassen. In diesem kritischen Augenblick wendete sich das Blatt: Atlantis wurde geschlagen und die eroberten Länder wieder befreit.
Nun folgen die wohl bekanntesten Zeilen aus dem Bericht des Priesters:
 

"Indem aber in späterer Zeit gewaltige Erdbeben und Überschwemmungen eintraten, versank, indem nur ein schlimmer Tag und eine schlimme Nacht hereinbrach, eure Heeresmacht insgesamt und mit einem Male unter die Erde, und in gleicher Weise wurde auch die Insel Atlantis durch Versinken in das Meer den Augen entzogen. Dadurch ist auch das dortige Meer unbefahrbar und undurchforschbar geworden, weil der in geringer Tiefe befindliche Schlamm, den die untergehende Insel zurückließ, hinderlich wurde." . . .

Sonntag, 30. Mai 2010

Rezension von Bernhard Beier

An dieser Stelle möchte ich auf eine Rezension von Bernhard Beier hinweisen, die ich hier mit seiner freundlichen Genehmigung vorab veröffentlichen kann. Herr Beier betreibt die gerade im Aufbau befindliche Seite "www.atlantisforschung.de".


Rainer Krämer: Atlantis - Das Rätsel des Aristokles

Rezension von Bernhard Beier (Atlantisforschung.de)

Dass es für all diejenigen, die sich tiefer gehend mit der Atlantisforschung beschäftigen wollen, nur sehr wenig geeignete Einstiegsliteratur in die Materie gibt, hat verschiedene Gründe. Zu den wesentlichen gehört die Tatsache, dass sowohl Atlantologen (also diejenigen, die im Bereich der Forschung aktiv sind) als auch Atlantologie-Kritiker (womit hier zunächst solche Betrachter gemeint sind, die als Außenstehende darüber schreiben) in aller Regel vordringlich darum bemüht sind, ihre ganz persönlichen Auffassungen zum Thema 'Atlantis' unter die Leute zu bringen, seien es nun Forschungsergebnisse im engeren und weiteren Sinne, oder auch nur Vorurteile bzw. deren Kolportage. Quasi neutrale, am Bedürfnis nach Vermittlung objektiver Information und der Darstellung grundlegender Zusammenhänge orientierte, und gleichzeitig von fachlicher Kompetenz getragene Publikationen sind somit in diesem Bereich eher 'Mangelware'.

Von daher freut sich der Rezensent ungemein, an dieser Stelle ein im April 2009 erschienenes, im besten Sinne populärwissenschaftliches, Atlantis-Büchlein - und das "-lein" bezieht sich hier ausdrücklich nur auf die geringe Seitenzahl! - vorstellen zu können, das in der Tat besonders all denjenigen zu empfehlen ist, die sich daran machen, das weitgehend 'unbekannte Wesen' Atlantisforschung näher kennen zu lernen. Die Rede ist von Rainer Krämers "Atlantis - Das Rätsel des Aristokles", das sich mit dem höchst interessanten Aspekt fachwissenschaftlichen Umgangs mit dem Atlantis-Problem durch Forscher befasst, die Platons Atlantisbericht nicht als fiktionalen Text betracht(et)en.

Genauer gesagt, stellt R. Krämer in seinem Erstlingswerk die Arbeiten einer Reihe von Archäologen und Altphilologen des 20. Jahrhunderts vor, die sich - ganz anders als der Mainstream ihrer 'Zünfte' - nicht nur aktiv mit Atlantisforschung befasst, sondern zumeist auch ganz konkret 'im Felde' nach dem von Platon beschriebenen Reich der Vorzeit bzw. nach dessen Metropolis gesucht haben. Namentlich sind hier, in der Reihenfolge, in der sie in "Atlantis - Das Rätsel des Aristokles" be- oder angesprochen werden, Adolf Schulten (Kapitel: "Tartessos"), Wilhelm Brandenstein, Spyridon Marinatos (Kapitel: "Der Untergang der Minoer") [1], Eberhard Zangger (Kapitel: "Troja") und H. Görgemanns sowie Rainer W. Kühne [2] (Kapitel: "Ägypten und die Seevölker") zu nennen. Angefügt sei dazu, dass der Schwerpunkt der genannten Kapitel z.T. weniger auf den Atlantis-Lokalisierungen der genannten Forscher als auf einer Diskussion der in Frage kommenden Örtlichkeiten vor dem Hintergrund ihres atlantologischen Interesses liegt, wobei Krämer - mithin selber ein Berufsarchäologe - bisweilen mit höchst interessanten Detailinformationen aufwartet, womit das Buch auch InsiderInnen einiges Neue bieten dürfte.

Darüber hinaus liefert Rainer Krämer zu Beginn seines Atlantis-Buchs in drei erläuternden Kapiteln ("Die Legende", "Atlantis - eine Fiktion?", "Antike Geographie") sowie mit mehreren Stichwort-Erläuterungen im Anhang ("C-14 Methode", "Absolute Chronologie", "Relative Chronologie", "Minoische Kultur") aber auch einige wesentliche bzw. zum Verständnis der Materie notwendige Basis-Informationen, was gerade LeserInnen ohne jegliche Vor- und Fachkenntnisse dankbar zur Kenntnis nehmen werden.

Ob das Buch auch Mängel aufweist? Spontan, aber auch bei einigem Nachdenken, fällt dem Rezensenten dazu lediglich ein, dass "Atlantis - Das Rätsel des Aristokles" ruhig etwas umfangreicher hätte ausfallen dürfen, z.B. durch eine flankierende Einbeziehung der Atlantisforschungen weiterer, "fachfremder", Berufs-WissenschaftlerInnen, und auch zu den Personalia der erwähnten Forscher wäre etwas umfassendere Informaton wünschenswert, aber das sind natürlich keine wirklich gewichtigen Kritikpunkte. Sicherlich werden Kenner der Materie hie und da, in Detailfragen, anderer Auffassung als Krämer sein, aber im Großen und Ganzen zeichnet sich sein durchweg sauber recherchiertes sowie sine ira et studio verfasstes Buch durch eine Objektivität der Darstellung aus, wie sie bei AutorInnen aus dem 'Real existierenden Wissenschaftsbetrieb' leider nur selten zu finden ist.

Somit werden es ihm auch Anhänger und Betreiber devianter oder grenzwissenschaftlich orientierter Atlantisforschung sowie überzeugte Verfechter bestimmter Lokalisierungs-Hypothesen kaum verübeln, dass er im Kapitel "Atlantis gefunden?" nonkonformistischen Modellen zur Atlantis-Lokalisierung eine, zudem ohne jede Häme und Polemik formulierte, Absage erteilt, und zu dem Schluss kommt, ein "konkreter Ort, den man mit der Erzählung des Kritias in Verbindung bringen kann", sei "nach heutigem Forschungsstand nicht in Sicht." (S. 107) Zu 'meckern', um es abschließend noch einmal deutlich zu formulieren, werden an seinem Buch also vermutlich nur diejenigen etwas finden, für die Atlantisforschung schlechthin die Beschäftigung mit einem "pseudowissenschaftlichen" Thema darstellt, und die jeden nicht von vorne herein ablehnenden Umgang damit für eine "Zumutung" halten - was den Autor vermutlich ebenso wenig belasten wird, wie es bei diesem Rezensenten der Fall ist.

Fazit: Zumal "Atlantis - Das Rätsel des Aristokles" schwungvoll geschrieben und somit auch unter literarischen Gesichtspunkten (man beachte etwa das phantasievolle und humorige Einstiegskapitel "Eine kleine Vorgeschichte"!) durchaus lesenswert ist, kann es der Rezensent mit gutem Gewissen sowohl 'Atlantis-Neulingen' als auch Fachleuten empfehlen, und er darf seiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dieses kleine, aber gehaltvolle, Werk möge seinen verdienten Platz in der Standardliteratur zur Atlantisforschung finden. Auf weitere Publikationen des Autors - hoffentlich auch mehr zum Thema 'Atlantis'! - darf man jedenfalls gespannt sein.


Anmerkungen

[1] Warum Rainer Krämer in diesem Kapitel die durchaus wesentlichen Arbeiten von Angelos Galanopulos 'außen vor' lässt, versteht der Rezensent allerdings nicht. Galanopulos war zwar weder Philologe noch Archäologe, sondern von Hause aus Seismologe, hätte aber aufgrund seiner besonderen Bedeutung für die Entwicklung der 'kreto-minoischen' Atlantis-Lokalisierung zumindest eine Erwähnung am Rande verdient. Immerhin nennt Krämer ja auch Rainer W. Kühne (siehe Anm. 2).

[2] Dr. Rainer W. Kühne ist übrigens kein Fachwissenschaftler aus dem hier relevanten Bereich, sondern von Beruf Physiker.



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